Sägen, bohren, schleifen

August 2017. Arbeiten in unserer Holzwerkstatt

Ein Donnerstagvormittag in der Holzwerkstatt. Heute sind alle drei Mitarbeiter gleichzeitig da: Gruppenleiter Harald Heinze sowie Axel Hinz und Daniel Abraham. Das ist nicht täglich der Fall, denn durch den bei Mitarbeitern wechselnden Pflegedienst-Einsatz ist oft einer der drei Kollegen nicht im Team. Insgesamt zwölf Beschäftigte arbeiten an unterschiedlichen Tagen in der Holzgruppe. An bestimmten Wochentagen sind sie regelmäßig in anderen Gruppen in der Tagesstätte der WuB beschäftigt.

Die Frauen und Männer, die heute um den großen Holztisch versammelt sind, erzählen aus ihrem Alltag. Warum sie in der Holzwerkstatt arbeiten, will ich wissen. „Es ist toll zu sehen, wie aus einem Nichts etwas Schönes wird“, sagt Andrea Hönicke. Auch Martina Möller ist begeistert von der Materie Holz. „Manchmal entsteht auch zufällig etwas ganz Besonderes. Als wir zum Beispiel einmal ein Stück Stamm eines Pflaumenbaumes durchgesägt haben, staunten wir alle, wie schön die Maserung aussah“, erzählt Axel Hinz, der schon seit rund 15 Jahren in der WuB beschäftigt ist. Wie eine Skulptur steht die polierte Holzscheibe jetzt da und hat schon viele Blicke auf sich gezogen. Ein Unikat ist sicher auch der Schmuckhalter, der aus einer der Länge nach halbierten Astgabel besteht. Sauber abgesägt und glatt geschliffen ist auch er selbst ein Schmuckstück. Das Stück Haselnuss-Holz stammt aus dem Knick direkt vor der Tür der Werkstatt.

Neben solchen Holz-Kunstwerken entstehen in der Holzgruppe z. B. Stifthalter, Nistkästen oder Holz-Enten. „Es wird gesägt, gebohrt, entgratet und viel geschliffen“, sagt Daniel Abraham, der als gelernter Tischler so manchen praktischen Trick kennt. Wie in den anderen Werkstätten der WuB auch, stehen die Mitarbeiter hier immer wieder vor der Herausforderung, die Arbeitsplätze und -geräte möglichst nutzerfreundlich und individuell passend einzurichten. Jeder der Beschäftigten soll so eigenständig wie möglich seine Tätigkeiten ausüben können.

Gespannt sein darf man auf ein neues Produkt, dass die Holzgruppe gerade entwickelt. Was es ist, ist noch geheim. Nur so viel darf verraten werden: Es ist ein Verbrauchsgegenstand, den viele Menschen gut gebrauchen können – im Sommer draußen, im Winter eher drinnen. Vor allem aber ist es ein Produkt mit vielen kleinschrittigen Arbeitsgängen, von denen viele mit einer Hand erledigt werden können. „Wir sind darauf gekommen, da unser Alltag viele Unterbrechungen mit sich bringt. Die Beschäftigten nehmen zwischendurch z. B. Zusatz-Angebote in der Lernwerkstatt wahr. Dazu kommt die Assistenz bei Pflegegängen“, erklärt Harald Heinze, der der Gruppe das neue Produkt vorgeschlagen hat und die Werkzeuge dafür baut. „Hier können alle mithelfen und die Arbeitsschritte sind so beschaffen, dass sie jederzeit unterbrochen und wieder aufgenommen werden können“, so der Gruppenleiter.

Schon jetzt arbeitet die Holzgruppe im eigenen Rhythmus und überwiegend gut gelaunt auch an Wichteln und Tannenbäumen für den Herbstbasar. Andrea Hönicke kennt die Abläufe: „Da müssen wir früh genug anfangen, damit wir rechtzeitig fertig sind.“

Von: Inga Tolk

Die Holzgruppe. Im Bild von links: Axel Hinz, gewollt hinterm Rollstuhl versteckt Inga Diekmann, Ertan Kizilay, Harald Heinze, Stefan Neubauer, Maren Knebel, Martina Möller, Andrea Hönicke, Sonja Köbsel. Nicht im Bild: Daniel Abraham, Hans-Dieter Jensen, Olaf Reimann, Bianca Harländer, Lars Grammerstorf, Brigitte Wichmann.

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